Kakaoplantage in der Bahía de Jiquilisco.

Die Bahía de Jiquilisco im “wilden Südosten” El Salvadors

Die Bahía de Jiquilisco gehört zu den touristisch bislang weniger erschlossenen Gebieten El Salvadors. Dabei hat der “wilde Südosten” viel

Die Bahía de Jiquilisco gehört zu den touristisch bislang weniger erschlossenen Gebieten El Salvadors. Dabei hat der “wilde Südosten” viel zu bieten: tolle Strände, viel Natur und die größte Kakaoplantage Mittelamerikas.

Nachdem unser Anfang in der Bahía de Jiquilisco auf der Halbinsel San Juan del Gozo nicht wie erhofft verlaufen war, zogen wir um ins Hotel Puerto Barillas, das an einem kleinen Kanal mit gleichem Namen in der Bucht liegt. Eine super Entscheidung, wie sich herausstellen sollte! Wir riefen unseren Wassertaxi-Chauffeur Luis an und der schickte uns einen Freund, der uns für 30$ rüber schiffte. Verlief alles toll, die Überfahrt machte richtig Spaß und von der Unterkunft her: es konnte nur besser werden.

Die Anlegestelle des Hotels am Kanal Barillas.
Die Anlegestelle des Hotels am Kanal Barillas.

Übernachtung im Baumhaus

Und wie es besser wurde! Wir hatten ein “Baumhaus” für eine Nacht für 81$ inkl. Frühstück im Hotel Puerto Barillas gemietet. Am Bootssteg fielen uns die kleinen Yachten auf und wir wurden gleich von freundlichem Personal in Empfang genommen. Direkt am Steg zeigten wir einem Wachmann unsere Ausweise und dann ging’s auch schon weiter Richtung Rezeption.

Eine freundliche Dame erklärte uns, dass wir leider nur eine Nacht im Baumhaus bleiben konnten, danach sei es bereits gebucht. Alternativ könnten wir für knapp 200$ für die folgende Nacht noch ein “großes Haus” buchen. Nein danke, das übersteigt dann doch zu sehr unser kalkuliertes Übernachtungsbudget. Wir werden dann wohl morgen weiterziehen und in der nächsten Stadt, Usulután, nach einem Hotel suchen. Ganz vielleicht könnten wir aber auch ein 5 Bett-Zimmer ohne eigenes Bad (60$ inkl. Frühstück) bekommen. Sie wussten aber noch nicht, ob es wirklich frei sein würde. Wir wollten gern noch eine weitere Nacht bleiben – auch im den 5-Bett-Zimmer – also musste die Entscheidung bis morgen warten.

Unser Baumhaus im Puerto Barillas.
Unser Baumhaus im Puerto Barillas.

Unser Gepäck wurde in einen Kleinbus geladen und ab ging es in den Urwald – immer weiter weg von Steg, Restaurant, Rezeption und vor allem: dem Pool! Dort befinden sich nämlich, im Wald verteilt, die Häuser. Am Baumhaus mit der Nummer 1 wurden wir samt Rucksäcken abgeladen und eine Hausdame zeigte uns unser Domizil für die Nacht. Unten befand sich das große separate Badezimmer. Über die Außenwendeltreppe gelangt man ins Schlafzimmer. Dort gab es das beste, tollste Doppelbett der ganzen Reise und außerdem ein Etagenbett für die Kinder. Zu drei Seiten hatte es Fenster in Baumwipfelhöhe (daher “Baumhaus”, obwohl es ein separat-stehendes Betonhaus war). Neben dem Schlafzimmer hatten wir noch ein weiteres kleines Bad, mit WC und Waschbecken. Oh wie fühlten wir uns alle vier wohl! Nach der anstrengenden letzten Nacht lagen wir jetzt alle faul auf den Betten, genossen die leise Klimaanlage und den Ausblick.

Blick vom Balkon des Baumhauses: Nichts als Urwald...
Blick vom Balkon des Baumhauses: Nichts als Urwald…

Bester Service mitten im Dschungel

Aber da war ja noch was: der Pool! Also Badesachen geschnappt und den Weg zurück gesucht – zum Glück gab es einen mit Steinen befestigten Fußgänger-Pfad durch den Dschungel und vorbei an riesigen Yacht-Garagen. Offensichtlich machen die Reichen des Landes hier ihren Urlaub. Unglaublich, was hier alles rumsteht. Und überall Personal: Wachmänner, (wie überall in El Salvador mit großen Gewehren), Gärtner, Servicepersonal…

Hier lässt es sich aushalten: Der vielleicht schönste Pool in der Bahía de Jiquilisco!
Hier lässt es sich aushalten: Der vielleicht schönste Pool in der Bahía de Jiquilisco!

Was soll ich sagen: auch so kann es in El Salvador sein. Allerdings nur für einen sehr kleinen Bruchteil der Bevölkerung und für zahlende Touristen. Der Pool (eigentlich 3 Stück) war herrlich – wenn auch etwas warm. Dafür wurden einem die kalten Getränke bis an die Liege serviert. Wir verbrachten den Rest des Tages hier: plantschten, aßen eine Portion Nachos mit Guacamole, Frijoles und Salsa, nutzten das extrem stabile Internet, um unseren Reisebericht zu aktualisieren.

Abend aßen wir im Restaurant am Ufer: preislich vollkommen ok, z.B. Burger mit Pommes für 6$, Kinderpizza für 3,5$ und eine ordentliche Portion Ceviche 6,5$. Danach ging es per Nachtwanderung durch die Botanik zurück zum Haus. Uns war schon etwas mulmig bei all den Geräuschen, den „Alligator“-Warnschildern und nur der Handy-Taschenlampe. Aber immer schön mutig und los. Wir schliefen so herrlich wie schon lange nicht mehr.

Auf der größten Kakaoplantage Mittelamerikas

Und gleich nach dem Aufwachen kam Wehmut auf, diesen schönen Ort nach dem Frühstück schon verlassen zu müssen. Mit der Rezeptions-Dame vereinbarten wir, dass wir nach dem Frühstück die Kakaoplantagen-Tour machen und danach auschecken. Leider war das 5er Zimmer doch nicht mehr frei. Aber wir könnten noch am Pool bleiben und das Wifi zur Hotelsuche nutzen.

Vorbei an Bananenpflanzen auf dem Weg zum Kakao.
Vorbei an Bananenpflanzen auf dem Weg zum Kakao.

Zur Kakaoplantage wurden wir mit einem PickUp gefahren, vorbei an Bananen- und Zuckerrohrfeldern. Mit 175 Hektar ist die Hacienda San José Real de la Carrera die größte Kakaoplantage ganz Zentralamerikas. Dort wartete schon ein älterer Mann auf uns, der uns alles auf Spanisch erklärte. Schwierigere Vokabeln, wie Bäume-durch-Aufpfropfen-veredeln, ließen sich mit viel Zeichensprache vermitteln. Der nette Mann war sehr geduldig und beantwortete all unsere Fragen. So erfuhren wir, dass die Kakaoblüte von einer Fliege befruchtet wird, welche in Bananenpflanzen lebt. Aha: daher wird immer Banane neben Kakao gepflanzt.

Auf der größten Kakaoplantage Zentralamerikas.
Auf der größten Kakaoplantage Zentralamerikas.

In der Verarbeitungshalle war es heiß und es roch total unangenehm. Dort werden durch Einweichen die Kakaobohnen vom Fruchtfleisch gelöst – und das gärt ganz schön. Die Bohnen sind sehr empfindlich und nehmen jeden Umgebungsgeruch auf. Daher ist, je nach Kundenwunsch, das gesamte Equipment (riesige Holzbottiche, Kellen, Schaufeln…) aus dem gleichen Holz, um dem Kakao einen unverwechselbaren Geschmack zu verleihen.

Draußen werden die Bohnen dann in speziellen Siebkonstruktionen in der Sonne getrocknet. Immer unter den wachsamen Augen der 38 Mitarbeiter – damit sie nicht zu heiß oder bei einem Schauer gar nass werden. Wir durften dann natürlich auch 2-3 Kakaobohnen, die für einen belgischen Schoko-Hersteller bestimmt waren, probieren: mmmmhhh, auch schon ohne weitere Verarbeitung sehr lecker.

Aus diesen Kakaobohnen wird bald belgische Schokolade - und schon jetzt schmecken sie unglaublich lecker und aromatisch!
Aus diesen Kakaobohnen wird bald belgische Schokolade – und schon jetzt schmecken sie unglaublich lecker und aromatisch!

Verlängerung in der Bahía de Jiquilisco

Zurück ging’s wieder per PickUp, der Fahrer hatte auf uns gewartet, und dann mit all unserem Sack und Pack an den Pool. Wir googelten wild nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit – noch ohne Erfolg. Da kam wieder die Rezeptionsdame und erklärte, dass das 5er Zimmer doch frei geworden sei und, wenn wir noch interessiert sind, würden sie es jetzt für uns saubermachen und herrichten. Klar! Und wie wir interessiert waren! So viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier nicht – schon gar nicht so schöne!

Zwischenstopp im Hotelgarten.
Zwischenstopp im Hotelgarten.

Also: Entspannung am Pool und abwarten – nichts leichter als das! So gegen 15 Uhr kam dann ein Fahrer auf uns zu und meinte, das Zimmer sei fertig und er bringe uns jetzt hin. Na gut, die 20 Meter hätten wir jetzt auch mit Rucksäcken geschafft, aber er ließ nicht von seinem Vorhaben ab. Also gingen wir mit und stellten unser Gepäck ins Zimmer. Alles sauber, fünf schöne Einzelbetten, alles gut.

Ein Leguan zu Besuch am Pool.
Ein Leguan zu Besuch am Pool.

Ein unerwartetes Upgrade

Nach weiterem Geplansche im Pool duschten wir in den “öffentlichen” Umkleidekabinen und machten uns fürs Abendessen fertig. Erneut kam die Hotelmanagerin zu uns: “Don Tomás!” Oha: was kommt jetzt? Mussten wir doch weiterziehen? Ganz im Gegenteil, wir bekamen ein Upgrade! Dieses Zimmer sei nur eine Notunterkunft, wenn wirklich alles belegt sei. Wir könnten zum gleichen Preis in das noch freie große Haus, da es nicht gebucht worden sei. Sie hatte auch gleich einen Fahrer dabei und begleitete uns persönlich bis zum großen Haus, stellte die Klimaanlagen an und zeigte uns alles.

Guten Morgen Welt! Ausblick vom Bett auf die große Terrasse mitten im Dschungel der Bahía de Jiquilisco.
Guten Morgen Welt! Ausblick vom Bett auf die große Terrasse mitten im Dschungel der Bahía de Jiquilisco.

Das Haus war riesig: unten Küche, Wohnbereich, Schlafzimmer mit Duschbad und oben eine sehr große Terrasse, ein weiteres Schlafzimmer und noch ein Bad. Aber alles in einem 70er Jahre Betonbau und in grün-beige gehalten. Sowohl die Wände als auch die Möbel hätten eine Auffrischung durchaus vertragen. Aber es gab nichts zu meckern: alles war sehr sauber und letztendlich bezahlten wir für vier Personen gerade einmal 60$ inkl. Frühstück (regulärer Preis 200$). Wunderbar!

Da die Abendessenszeit im Restaurant gleich vorbei sein würde, ließen wir uns auch schnell wieder mit nach vorne nehmen. Sie drückte uns noch eine Taschenlampe in die Hand für den sicheren Weg zurück.

Things to Do in der Bahía de Jiquilisco

Wirklich schade, dass wir an dieser Station nicht mehr Zeit hatten. Aufgrund des Rückflugs konnten wir nicht verlängern und durch den weniger gelungenen Start auf der Halbinsel San Juan del Gozo und der schwierigen Hotelsuche, blieb noch einiges offen:

  • Wir hätten z.B. gerne noch eine Bootstour zu den schönsten Stränden der Bahía de Jiquilisco unternommen.
  • Auf der Hacienda La Carrera gibt es die Gelegenheit, eine freilegende Population der vom Aussterben bedrohten Spinnenaffen zu besuchen. Sowohl diese als auch die Kakao-Tour kann man wahlweise auch als Fahrrad-Tour absolvieren.
  • Eine Kayak-Tour (mit oder ohne Guide): Mit Guide geht es bis zu zweieinhalb Stunden durch die Kanäle der Bahía de Jiquilisco, vorbei an den vielen für die Region typischen Mangroven, an Krokodilen und Kaimanen und die Vielfalt der Vogelwelt bestaunen.
  • Ein Ausflug zu einer Produktionsstätte für Kokosnuss-Öl.
  • Eine Tour zur Isla Pajarito, der Insel der Vögel.
  • Ebenfalls möglich: Sportfischerei.
Leere Larvenhaut einer Zikade am Baum bei unserem Abschied.
Leere Larvenhaut einer Zikade am Baum bei unserem Abschied.

Zu früher Abschied von der Bahía de Jiquilisco

Am nächsten Tag mussten wir weiter bis zu unserem Hotel in der Nähe des Flughafens San Salvador. Unser Flug nach Costa Rica ging schon sehr früh. Beim Auschecken war die Hotelmanagerin wieder extrem um unser Wohlergehen bemüht: Sie organisierte unseren Transport nach Usulután zum Express-Bus nach San Salvador. Außerdem rief sie im nächsten Hotel an und arrangierte, dass uns jemand von dort am Bus abholte. Wirklich großartiger Service!

Bei der Fahrt zum Busterminal würden uns die Ausmaße der Plantage (nicht nur Kakao, sondern auch Zuckerrohr, sehr viel Zuckerrohr) erst so richtig bewusst. In Usulután stiegen wir in den 302er Especial-Bus (komfortabler und weniger Haltepunkte) und waren in etwas über einer Stunde Fahrt am Treffpunkt, wo der Fahrer des Hotels bereits auf uns wartete.

Busse in Usulután.
Busse in Usulután.

Fazit

Für unsere nächste El Salvador-Reise planen wir mehr Zeit für die Bahía de Jiquilisco ein. Es gibt wirklich viel zu tun hier. Aber auch der Komfort unseres Hotels war außergewöhnlich. Wenn man die Unterkunft im Vorfeld bucht, kann man hier zu fairen Preisen einige entspannte Tage verbringen und die vielversprechenden Ausflüge in Angriff nehmen.

Was habt Ihr im „wilden Südosten“ El Salvadors erlebt? Vielleicht habt Ihr sogar einen Hotel-Geheimtipp für unseren nächsten Besuch? Schreibt es uns in die Kommentare! Danke!


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