Rote Taxis warten am Parque Morazán auf Kundschaft in Costa Ricas Hauptstadt San José.

Die besten Tipps fürs Taxi fahren in Costa Rica

Ums Taxi fahren kommt man in Costa Rica kaum herum. Glücklicherweise ist das auch ziemlich sicher und noch dazu relativ

Ums Taxi fahren kommt man in Costa Rica kaum herum. Glücklicherweise ist das auch ziemlich sicher und noch dazu relativ günstig. Einige Dinge sollte man dabei aber beachten.

Taxi fahren ist bequem, schnell und in Mittelamerika meist ein guter Deal. In der Regel liegen die Preise sehr deutlich unter denen, die man aus Europa so kennt. Mancherorts sind Taxis auch ein Ersatz für den nicht oder kaum vorhandenen öffentlichen Nahverkehr.

Taxis am Flughafen San José

Manchmal braucht man aber auch gar nicht unbedingt ein Taxi. Vom Flughafen San José in die Stadt ist man z.B. in der Regel mit den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs sehr gut bedient.

Anfahrt zum Flughafen San José.
Anfahrt zum Flughafen San José.

Die Bushaltestelle liegt auch nur wenige Meter von der Ankunftshalle entfernt. Die Busse der Gesellschaften Station Wagon oder Tuasa fahren in eng getaktetem Rhythmus. Wichtig ist allerdings, beim Busfahrer zu erfragen, in welche Richtung er gerade fährt, da der Bus mit beiden Endhaltestellen beschriftet ist, und beide Richtungen von derselben Haltestelle abfahren können. Für 1280 Colones, ungefähr 2 € für uns vier, fuhren wir so ins Zentrum von San José

Manchmal ist der ÖPNV die bessere Wahl.
Manchmal ist der ÖPNV die bessere Wahl.

Wer jedoch im Dunkeln ankommt, sehr viel Gepäck oder ein abgelegeneres Ziel hat, der ist mit einem Taxi gut bedient. Vor dem Flughafen warten viele, viele Taxifahrer, die ihre Unterstützung anbieten. Für die Fahrt ins Zentrum fallen dabei etwa 30$ an Kosten an.

Orange, rot oder „Piraten“-Taxi?

Wichtig zu wissen: Während die normalen Taxen in Costa Rica rot sind, haben die offiziellen Taxis des Flughafens orangene Fahrzeuge. Sie sind gesondert lizensiert, ausschließlich für den Transport vom und zum Flughafen vorgesehen. Sie verfügen häufig über einen etwas höhenwertigen Standard und sind meist mit auch Englisch sprechenden Fahrern besetzt.

Vom Flughafen bis ins Zentrum der Hauptstadt kostet ein Taxi ca. 30$.
Vom Flughafen bis ins Zentrum der Hauptstadt kostet ein Taxi ca. 30$.

Auf den wenigen Metern Weg zur Bushaltestelle am Flughafen standen am Rand jedoch auch immer wieder rote Taxis, die versuchten ohne die teure Lizenz lukrative Touristenfahrten zu bekommen. Meter für Meter sanken die Preise, das günstigste Angebot waren am Ende 15$ bis ins Zentrum.

Zusätzlich gibt es häufig und besonders dort auch „Piraten“-Taxis, d.h. private Autobesitzer, die ebenfalls den Transport anbieten. Darauf sollte man aber eher verzichten, insbesondere wenn man des Spanischen nicht mächtig ist.

Mit „María“ unterwegs…

Generell sind Taxifahrer dazu verpflichtet ein Taxameter, in Costa Rica „María“ genannt, zu verwenden. Die María startet mit einem Preis von 650 Colones (ca. 1€). Der Preis bleibt für den ersten Kilometer auf der Anzeige stehen. Erst danach erhöht er sich. Fahrten ohne María sind nicht zulässig.

Wartende Taxis vor einem Hotel.
Wartende Taxis vor einem Hotel.

Trinkgelder für Taxifahrten zu geben ist nicht üblich, wird aber sicher trotzdem gern gesehen. Ab 22 Uhr wird außerdem ein Nachtzuschlag von 20 Prozent verlangt, der zum angezeigten Preis hinzu kommt.

… oder ohne?

Allerdings gibt es auch Ausnahmen von der María-Pflicht. Zum einen gibt es abgelegene Gegenden, wo es kaum oder gar keinen öffentlichen Nahverkehr gibt. So zum Beispiel in Puerto Viejo de Talamanca an der östlichen Karibikküste. Dort kostete jede Fahrt von der Playa Negra ins Zentrum einen Fixpreis von 2500 Colones und auch die etwas weiter entfernten Strände gab es zu einem festgelegten Fixpreis. Alle anderen Ziele müssen vorher verhandelt werden. Es gab auch kaum rote Taxis. „Unser“ Fahrer hatte ein uraltes, vollkommen kaputtes Auto, in dem von den Sitzen kaum noch etwas übrig war. Dafür war er super nett und zuverlässig. Er gab uns seine Nummer und wir riefen ihn immer wieder an, wenn wir einen Transport brauchten.

Auf den langen Wegen in Puerto Viejo de Talamanca fahren die Taxis zu Festpreisen.
Auf den langen Wegen in Puerto Viejo de Talamanca fahren die Taxis zu Festpreisen.

Zudem gab es einen Festpreis für den Transport vom Flughafen zum Hotel nahe des Forums San José. Unabhängig vom Fahrer bestätigte uns die Hotel-Rezeption, dass jede Fahrt vom oder zum Flughafen fix 28$ koste. Das Holiday Inn Express (Werbung, weil Affiliate-Link*) dort ist übrigens für die erste oder letzte Nacht in der Nähe des Flughafens sehr zu empfehlen. Zu viert bezahlten wir nur 76,84$ pro Nacht im Familienzimmer inklusive Frühstück. Es liegt in einer sicheren Gegend mit vielen Restaurants sowie einem Supermarkt direkt vor der Haustür. Die Zimmer haben europäischen Standard und sind sehr sauber. Für uns war es in Costa Rica das Hotel mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Die Tricks der Taxi-Fahrer

Aber, wie überall in der Welt, gibt es natürlich trotzdem immer wieder „Taxistas“, die versuchen, den Touristen etwas mehr als zulässig aus der Tasche zu ziehen. Folgende drei Varianten haben wir erlebt:

1. Die „kaputte“ María

Ein kaputtes Taxameter wird gerne mal vorgeschoben. So bleibt keine andere Möglichkeit, als einen Festpreis auszuhandeln. Und als Ortsunkundiger sitz man da doch eher am kürzeren Hebel. Daher: Nie darauf einlassen, denn, wie gesagt, eine Fahrt ohne Taxameter ist fast immer illegal.

2. Das improvisierte Taxameter

Bei unserer zweiten Taxifahrt in San José gerieten wir an einen Fahrer mit einem augenscheinlich „selbst gebastelten“ Taxameter. Es war nicht eingebaut, sondern lag unten vor der Kupplung und war abenteuerlich mit zwei langen Kabeln angeschlossen. Leider fiel uns das erst auf, als wir schon das Gepäck verstaut hatten und im Taxi saßen. Am Busbahnhof hatte er uns sehr freundlich geholfen und schien auch mit anderen Taxifahrern bekannt zu sein, sodass wir keinen dringenden Anlass sahen, gleich wieder auszusteigen. Das alte sei eben kaputt und das neue noch nicht richtig eingebaut. Aha.

Jede Menge Taxis an der Catedral Metropolitana in San José. Manchmal ist beim Taxi fahren eine Stadtführung "inklusive".
Jede Menge Taxis an der Catedral Metropolitana in San José. Manchmal ist beim Taxi fahren eine Stadtführung „inklusive“.

Er sorgte gleich für eine angeregte Unterhaltung und so hatten wir die María auch nicht jederzeit im Auge, waren gut abgelenkt. Im Laufe der Fahrt merkten wir aber bald, dass sich die Colones auf der Anzeige auffällig schnell vermehrten. Als wir bei unserem Hotel ankamen, sollten wir wohl etwa das Doppelte zu zahlen. Um uns abzulenken, hatte er uns jedoch eine ganz gute Stadtführung mit vielen Hintergrundinformationen gegeben. Wenn man das mit einrechnet, war das im Großen und Ganzen sogar ganz in Ordnung so. Und wir haben eben auch nur ca. 9$ statt 5$ bezahlt. Damit konnten wir ganz gut leben.

3. Das manipulierte Taxameter

Ja gut, das eben war natürlich auch manipuliert. Jedoch war die María in diesem Fall eben ganz normal eingebaut und optisch nicht zu unterscheiden. Da wir nun schon einige Taxi-Erfahrungen gesammelt hatten, waren wir diesmal aufmerksamer. Mir fiel gleich auf, dass der Betrag sich sofort steigerte und nicht den ersten Kilometer abwartete. Außerdem konnten wir inzwischen ganz gut abschätzen, dass es leicht schneller als normal abrechnete.

Darauf angesprochen meinte der Fahrer, wenn wir Zweifel hätten, bräuchten wir das Taxameter überhaupt nicht zu benutzen – und schaltete es schnell aus. Er müsse eh in die Richtung nach Hause zu seiner Familie und mache uns einfach einen super Preis. Das Wichtigste sei doch, dass wir sicher im Hotel ankämen. Na ja, Recht hatte er da natürlich. Wir fassten das mal nicht als Drohung auf, denn wir wollen ja positiv durchs Leben gehen.

Ich quatschte einfach die ganze Zeit sehr nett mit ihm und wir hatten letztlich eine gute Fahrt. Der Preis kam dann in der Größenordnung auch hin (was uns im Hotel bestätigt wurde). Unsere guten Spanisch-Kenntnisse haben hier auf jeden Fall sehr weitergeholfen und sicher auch den Preis gesenkt.

Spanischkenntnisse sind auf jeden Fall hilfreich...
Spanischkenntnisse sind auf jeden Fall hilfreich…

Alternative Uber?

Auch in Mittelamerika ist Uber inzwischen schon recht präsent (siehe z.B. den Erfahrungsbericht unserer Uber-Fahrt in San Salvador). Die rechtliche Situation ist in Costa Rica noch nicht abschließend geklärt. Fakt ist jedoch, dass es im ganzen Land einige Angebote gibt. In Santa Teresa beispielsweise rief uns das Hotel ein Uber, nachdem das lokale Taxi-Unternehmen nach einer halben Stunde immer noch keinen Wagen schicken konnte. Insofern lohnt es sich, auch nach einer solchen Alternative zu fragen.

Fazit

Wenn man ein paar Dinge beachtet, macht Taxifahren in Costa Rica Spaß. Und auch die Reisekasse wird nicht allzu sehr belastet, sofern man ungefähr weiß, worauf man achten muss.

Was sind Eure Erlebnisse mit Taxis, Uber und Co. in Costa Rica? Wir freuen uns auf Eure Geschichten in den Kommentaren!


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2 thoughts on “Die besten Tipps fürs Taxi fahren in Costa Rica

  1. Interessant, dass die Busse dort in zwei unterschiedliche Richtungen von derselben Haltestelle abfahren. Außerdem gut zu wissen, dass Fahrten mit dem Taxi immer ein eingeschaltetes Taxameter haben müssen. Ich denke ich werde auf jeden Fall sehr über den ersten Kilometer freuen, den man im Taxi fahren kann, ohne, dass sich der Preis erhöht.

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