Santa Ana – eine Perle in El Salvador

Santa Ana ist nicht nur El Salvadors zweitwichtigste Stadt, sondern mit Sicherheit auch eine der schönsten. Bunte Straßenzüge, beeindruckende koloniale

Santa Ana ist nicht nur El Salvadors zweitwichtigste Stadt, sondern mit Sicherheit auch eine der schönsten. Bunte Straßenzüge, beeindruckende koloniale Prachtbauten, eine überraschenderweise neugotische Kathedrale sowie schöne Cafés machen die Stadt zum Tourismus-Magneten.

Wir kamen mit dem Bus 210 aus Ahuachapán, von der Ruta de las Flores nach Santa Ana, vorbei an kleinen Orten und toller Landschaft (irgendwie gibt es in El Salvador immer einen Vulkanberg am Horizont). Gegen Mittag kamen wir in Santa Ana an. Völlig überraschend meinte der Busfahrer, hier müssen wir raus und schwups standen wir am Straßenrand und wussten nicht so recht wohin.

Vulkankette auf dem zwischen der Ruta de las Flores und Santa Ana
Irgendwo findet sich in El Salvador immer ein Vulkan – oder auch drei…

Wir hatten unser Hostal vorab gebucht und hatten auch die Adresse, aber es gab keine Straßenschilder und GoogleMaps ließ uns in diesem Moment auch im Stich, da ich die Route diesmal vorher nicht heruntergeladen hatte. Eine nationale SIM-Karte hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Also versuchten wir uns durchzufragen, aber zunächst konnte uns keiner helfen. Wir liefen daher einfach los und fragten schließlich einen Taxifahrer, den wir unterwegs trafen: für 4$ würde er uns hinbringen, aber den Weg zeigen, konnte oder wollte er uns nicht. Er wirkte sehr verpeilt und schien wirklich überhaupt keine Ahnung zu haben. Nein, Danke! Besonders vertrauenswürdig sah er auch nicht gerade aus… Also weiter.

Das koloniale Rathaus in Santa Ana, El Salvador
Das koloniale Rathaus in Santa Ana, El Salvador

Über den Markt von Santa Ana

Irgendwann standen wir inmitten eines großen, lauten, wuseligen Straßenmarktes. Wir waren jetzt vor dem Bus-Terminal angekommen. Wir standen auf einer großen Straßenkreuzung. Marktstände verliefen in alle Richtungen. In zwei Richtungen blieb gerade noch so viel Platz, dass sich die Busse hindurchquetschen konnten, wenngleich nur Zentimeter Platz blieben. Wenn der Bus hupte tat man daher gut daran, schnell zu reagieren und zur Seite zu hüpfen. Aber auch hier konnte uns keiner den Weg zu unserer Adresse erklären, das kleine Hostel war niemandem ein Begriff. Ein Straßenschild fanden wir auch hier nicht.

Santa Ana war unsere erste größere Stadt in El Salvador und wir wussten die Situation noch nicht recht einzuschätzen. Da wir im Vorfeld nicht nur gutes über die Sicherheitslage gelesen hatten, waren wir lieber etwas vorsichtiger und wollten nicht weiter drauf los laufen. Wir fielen hier ganz schön auf. Besonders ältere Damen auf dem Markt gerieten bei unserem Anblick geradezu in Verzücken (“Seht, was für eine perfekte Familie!”). Von den jungen Männern wurden wir schon mal als Gringo bezeichnet – aber das lächelten wir weg.

Zwischen all den Marktständen entdeckten wir schließlich eine echte kleine und vertrauenswürdige Bäckerei. Dort stärkten wir uns erstmal mit einigen Kleinigkeiten und vor allem Kaltgetränken und auch WLAN gab es. Das Personal war sehr nett und hat sich lange mit uns beratschlagt, welches der richtige Weg zu unserem Ziel ist. Und am Ende hat es hat funktioniert! Wir wurden in die richtige Richtung geschickt und nach vier langen Blocks (die Städte sind hier zum größten Teil auch mit Straßen im Raster angelegt, also eigentlich gar nicht kompliziert) waren wir da!

Im Hostel gab es eine kleine Überraschung: ein Schweizer Pärchen, das wir im Bus von El Tunco nach Juayúa getroffen hatten, waren schon da. Wir haben kurz gelacht und uns über die jeweiligen Reiserouten ausgetauscht. El Salvador ist eben ein kleines Land. Man trifft sich…

Die junge Frau am Empfang des Hostals Vital Yek war sehr freundlich und hilfsbreit. Sie klärte uns auf, dass im Moment die Fiestas Patronales stattfanden, die jährlichen Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Stadt. Wir hatten Glück, denn das hatten wir nicht auf dem Schirm gehabt. Die Fiestas Julias, wie sie auch genannt werden, da sie im Juli stattfinden, gehören zu den wichtigsten Festivitäten in ganz El Salvador. Das erklärte auch, warum es in der ganzen Stadt kaum noch freie Hotelzimmer gab.

Erholung im Café Espresso

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Diesmal konnten wir uns wenigstens nicht verlaufen, denn die Fiestas fanden am Parque Libertad statt, dem zentralen Platz der Stadt. Dafür mussten wir lediglich immer geradeaus die Avenida Independecia Sur runter. Unterwegs entdeckten wir etwa auf halbem Weg das Café Espresso, wo wir uns ein wenig stärken konnten mit leckerstem Salvadorianischen Kaffee von der eigenen Plantage und Frozen Chocolate. Super lecker und sehr empfehlenswert. Zudem sitzt man sehr angenehm im Innenhof eines der vielen Kolonialbauten unter Schatten spendenden Bäumen an einem der Tische des Cafés.

Ein leckerer Frappucchino im Café Espresso aus salvadorianischen Kaffeebohnen
Ein leckerer Frappucchino im Café Espresso aus salvadorianischen Kaffeebohnen
"This is a bad place for diets" steht auf der Wandkarte des Café Espresso in Santa Ana.
Vielleicht kein guter Platz für eine Diät – dafür aber super lecker! Das Menu im Café Espresso.

Die Fiestas Patronales in Santa Ana

Vor der Kathedrale der heiligen Ana gibt es den kleinen begrünten Platz des Parque Libertad. An den anderen Seiten des Platzes finden sich darüber hinaus auch das Theater sowie das Rathaus von Santa Ana. Es herrschte Volksfeststimmung mit vielen kleinen Marktständen, die Kunsthandwerk oder Speis und Trank rund um den Platz anboten, alles super entspannt. Wir probierten interessant aussehende, selbstgeschnitzte Papas Fritas (Pommes, die leider nicht genug frittiert waren) mit Reibekäse, Churros (gesundes Streetfood war leider Mangelware) und jede Menge zu trinken und setzten uns damit vor die Kirche, um dem bunten Treiben inklusive Livemusik zuzusehen. In die beeindruckende neugotische Kathedrale schauten wir auch noch kurz rein, aber da wir alle kurze Hosen trugen, blieben wir nur im Eingangsbereich.

Am Rande des Parque Libertad in Santa Ana befinden sich das Rathaus, das Nationaltheater und, nicht auf dem Bild, die Kathedrale
Am Rande des Parque Libertad in Santa Ana befinden sich das Rathaus, das Nationaltheater und (nicht auf dem Bild) die Kathedrale

Relaxen auf der Dachterrasse im Hostal Vital Yek

Auf dem Heimweg fanden wir auch einen Supermarkt und kauften fürs Frühstück noch Cornflakes, Milch und frisches Obst. Um den ungesunden Ernährungstag abzurunden, nahmen wir noch zwei Pizzen für das Abendessen auf der Dachterrasse des Hostels mit. Die Terrasse ist ziemlich klein, aber sehr gemütlich und wir blieben dort sitzen bis es dunkel wurde. Da es hier immer schnell dunkel wird, spielten wir drinnen in der Lobby noch eine Runde Karten, bevor wir in unser sauberes, aber winziges Zimmer ohne Klimaanlage, dafür mit Fensterchen zur Garage gingen.

Blick auf den Nachthimmel von der Dachterrasse im Hostal Vital Yek, Santa Ana
Blick auf den Nachthimmel von der Dachterrasse im Hostal Vital Yek, Santa Ana

Eigentlich hat das Hostal nur Dreierzimmer im Angebot. Da kein anderes in der Stadt mehr frei war, waren wir aber sehr froh, dass wir das Zimmer auch zu viert nutzen durften. So war es dann ziemlich eng. Wir stellen das Doppel- und das Einzelbett zusammen und hatten so eine Liegefläche, auf der alle gerade so unterkamen. Die Nacht war heiß und eng und wir waren zeitig wieder wach. Gut so, der erste Bus nach Tazumal fährt um 8 Uhr. Den bekamen wir!

Trotz der Enge zu viert im Dreierzimmer können wir das Hostal Vital Yek sehr empfehlen. Es ist sauber und gemütlich, hat ausreichend gutes WLAN, eine niedliche Dachterrasse, eine Küche zum Mitbenutzen, in der es auch gefiltertes trinkbares Leitungswasser kostenfrei gibt und preislich in gutem Verhältnis zur angebotenen Leistung. Außerdem gibt es zwei Gitarren, die ab und an wohl auch von lokalen Musikern verwendet werden.

Hostal Vital Yek in Santa Ana, El Salvador

Direkt gegenüber befindet sich auch ein kleiner Kiosk, in dem man ohne lange Wege noch einige Kleinigkeiten wie eisgekühlte Getränke oder Snacks bekommen kann. Wenn man außerhalb der Fiestas Patronales mit mehr als drei Personen kommt, kann man sehr wahrscheinlich auch noch ein zweites Zimmer bekommen, bei uns war nur leider keines mehr frei…

Wart ihr auch in Santa Ana unterwegs? Habt Ihr Hotel- und Ausgehtipps? Schreibt es gerne in die Kommentare!


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